Stand: 29.07.2026

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Ertrinken

Definition

Ertrinken ist ein Prozess, bei dem es infolge des Untertauchens (Submersion) oder Eintauchens (Immersion) in eine Flüssigkeit zu einer Beeinträchtigung der Atmung kommt [1]. 

Abb. 1: Immersion: Atemwege sind primär außerhalb des Wassers / Submersion: Atemwege sind unterhalb der Wasseroberfläche.

Ertrinken bei Vergiftungen

Im Rahmen von Vergiftungen im Wasser kann es zum Ertrinken kommen, wenn das Opfer beispielsweise durch starke Schmerzen oder lähmende Gifte handlungs- bzw. bewegungsunfähig wird. Auch Panikreaktionen in tieferem Wasser oder beim Tauchen können zu Ertrinkungsunfällen führen. 

Letztlich ist Ertrinken nichts anderes als eine Form des Erstickens, wobei sich durch das Einatmen (Aspiration) und das Verschlucken von Wasser zusätzliche Komplikationen ergeben können (s. Abb. 2). 

Abb. 2: Pathophysiologische Vorgänge beim Ertrinken.
Dos

Wenn die Person bei Bewusstsein und ansprechbar ist, bleiben Sie an Land und werfen Sie ihr Schwimmhilfen, Rettungsringe, Rettungsbojen oder andere Rettungsgeräte zu [2].


Ausgebildete Erste Hilfe Leistende oder Rettungsschwimmer im Wasser oder auf einem Boot:

  • Rufen Sie um Hilfe, bevor Sie ins Wasser gehen.
  • Halten Sie eine Schwimmhilfe, Rettungsboje, Rettungsleine oder andere Rettungsgeräte bereit.
  • Halten Sie den Kopf der Person über Wasser.
  • Beurteilen Sie, ob die Person nicht reagiert und nicht atmet.
    • Wenn möglich und sicher (mit einer guten Schwimmhilfe), geben Sie so schnell wie möglich im Wasser 5 Atemspenden.
    • Bringen Sie die Person so schnell wie möglich an Land oder in ein Rettungsboot.
    • Sobald die Person aus dem Wasser ist, beatmen Sie, wenn sie nicht atmet, 5 mal und beginnen gegebenenfalls mit der Standard-Wiederbelebung.
    • Falls verfügbar, schließen Sie einen AED an, nachdem Sie die Brust abgetrocknet haben, und befolgen dessen Anweisungen.

An Land, wenn die Person ertrunken ist, keine Reaktion zeigt und nicht atmet:

  • Wenn möglich und sicher, geben Sie 5 Atemspenden und beginnen mit der Standard-Wiederbelebung.
    Falls verfügbar, schließen Sie einen AED an, nachdem die Brust abgetrocknet wurde, und folgen den Anweisungen.

Unterkühlung vorbeugen

  • Isolierung: Decken Sie die Person mit trockenen Decken oder Kleidung zu, um den Wärmeverlust zu minimieren.
  • Windschutz: Schützen Sie die Person vor Wind, indem Sie Barrieren aufstellen oder sie an einen windgeschützten Ort bringen.
  • Nasse Kleidung entfernen: Ziehen Sie nasse Kleidung vorsichtig aus und ersetzen Sie sie durch trockene Kleidung, um eine weitere Auskühlung zu verhindern.
  • Bodenisolierung: Legen Sie Isoliermaterialien wie Decken oder Matten zwischen die Person und den kalten Boden.
    In Umgebungen, in denen Unterkühlung häufig auftreten kann, implementieren Sie passende Präventionspläne und Schulungen für Ersthelfer.
Dont
Don'ts
  • Gehen Sie nicht ins Wasser, wenn Sie nicht in Wasserrettung geschult sind, da Sie selbst ertrinken könnten [2].

Sonstige Ursachen

Neben den zuvor genannten Gründen gibt es zahlreiche weitere, wie zugrundeliegende Erkrankungen (Herzprobleme, Epilepsie, Unterzuckerung bei Diabetes mellitus etc.) oder auch besondere Umstände bei sonst Gesunden, die zum Ertrinken führen können (Unterkühlung, Erschöpfung, Verdursten bei Schiffbruch auf hoher See, starke Strömungen auch bei geübten Schwimmern, generell Nichtschwimmer oder auch Leichtsinn wie Kopfsprung in unbekannte Gewässer, Alkohol- bzw. Drogeneinfluss und vieles mehr). 

Eine in diesem Zusammenhang immer wieder in der Fachliteratur genannte Entität ist das sogenannte Immersionslungenödem, bei dem es – in der Regel bei Menschen mit einer vorbestehenden Herzinsuffizienz (Herzschwäche) – durch den Wasserdruck bei der Immersion (vgl. Abb. 1) zu einem vermehrten Rücktrom venösen Blutes in Richtung Herz kommt, wobei die Herzleistung die Menge des plötzlich anströmenden Blutes nicht mehr abpumpen kann und sich dann Flüssigkeit in der Lunge zurückstaut.

Maßnahmen

Menschen, die durch Ertrinken einen Herzstillstand erleiden, benötigen Sauerstoff, so dass die Wiederbelebung – abweichend vom Standardschema – immer mit 5 Beatmungen beginnen soll. Professionelle Helfer sollen hierfür, sofern verzögerungsfrei möglich, Hilfsmittel wie Beatmungsbeutel mit Maske und 100% Sauerstoff verwenden [2].

Erste Hilfe Algorithmus Ertrinken

(modifiziert nach [2])

Basismaßnahmen Herz-Lungen-Wiederbelebung nach Ertrinken

(Modifiziert nach [3])

Literatur

[1]           T. Djärv u. a., „European Resuscitation Council Guidelines 2025 First Aid“, Resuscitation, Bd. 215, S. 110752, Okt. 2025, doi: 10.1016/j.resuscitation.2025.110752.

[2]           Deutscher Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council e.V. (GRC), Reanimation 2025 – Leitlinien kompakt, 1. Aufl. Ulm, 2025. Zugegriffen: 25. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.grc-org.de/files/Contentpages/document/LeitlinienKompakt2025_22.10.2025.pdf

[3]           C. Lott u. a., „European Resuscitation Council Guidelines 2025 Special Circumstances in Resuscitation“, Resuscitation, Bd. 215, S. 110753, Okt. 2025, doi: 10.1016/j.resuscitation.2025.110753.

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